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BJJ/Grappling in Frankfurt

Grappling ist ein Element vieler Kampfsportarten und beinhaltet Hebeltechniken, Würfe, Aufgabegriffe, Würgegriffe und Haltegriffe jeglicher Art. Die verschiedenen Techniken haben das Ziel den Gegner in eine für ihn unvorteilhafte Position zu bringen und ihn anschließend bewegungsunfähig zu machen und/oder zur Aufgabe zu zwingen. Grappling kann auch mit Schlägen und Tritten (Mixed Martial Arts) verbunden werden.

Ein Mensch wird durch seinen Instinkt dazu verleitet bei einem Angriff die Situation verlangsamen zu wollen, indem er versucht den Gegner zu greifen/clinchen. Dieses Phänomen lässt sich jedoch auch in vielen Vollkontaktsportarten wie dem Boxen, Kickboxen oder Karate beobachten. Häufiges Ergebnis einer solchen Situation (fernab von den eben genannten Kampfsportarten) ist das Grappling, welches es ermöglichen soll, die Bewegungen des Gegners zu kontrollieren. Bei der sportlichen Variante können sich die praktizierenden Sportler in verschiedenen Gewichts- und Anfänger/Fortgeschrittenen Klassen messen oder dem Sport auch einfach im Training nachgehen. 

Geschichte

Das Brasilianische Jiu Jitsu gilt als Ursprung für das Grappling, so wie wir es heute kennen und wurde von den Brüdern Carlos und Helio Gracie entwickelt. Carlos Gracie lernte das Judo von Mitsuo Maeda, einem Schüler von Jigoro Kano und gab es an seinen jüngeren Bruder Helio weiter. Helio war körperlich eher schmächtig und konnte viele der traditionellen Judo Techniken nicht anwenden. Aus diesem Grund veränderte er die Mechanik und Hebelwirkung vieler Techniken und machte sie somit effektiver und auch für körperlich schwächere Personen anwendbar. Helio und Carlos unterrichteten ihre Kinder im Jiu Jitsu und so erschufen sie die nächste Generation von Kämpfern und Lehrern, die das Brazilian Jiu Jitsu weiter verbreiteten und die Effizienz des Stiles in vielen Vale Tudo Herausforderungskämpfen immer wieder bewiesen.

In den siebziger Jahren siedelte einer der Söhne von Helio, Rorion Gracie in die USA, um dort Fuß zu fassen und Karriere zu machen. Er unterrichtete den Familienstil in seiner Garage und langsam interessierten sich auch in den USA immer mehr Menschen für diese Kampfkunst. Anfang der Neunziger Jahre eröffnete Rorion eine große Akademie in Los Angeles und erschuf zusammen mit dem Werbefachmann Art Davie, die legendären "Ultimate Fighting Championships" (kurz "UFC"). Bei diesen Wettkämpfen, die im amerikanischen "Pay-per-View- Fernsehen" übertragen wurden, kämpften Kampfsportler verschiedener Stilrichtungen ohne Zeitlimit gegeneinander. Ziel war es, den Gegner K.O. zu schlagen oder ihn zur Aufgabe zu zwingen. Royce Gracie, der Sohn von Helio Gracie war der leichteste Teilnehmer und gewann trotzdem überlegen drei der vier UFC-Turniere, an denen er teilgenommen hatte. Wobei er alle gewonnenen Kämpfe durch Aufgabe des Gegners beendete. Bis heute ist er der einzige Kämpfer, der jemals 4 Kämpfe in einer Veranstaltung gewinnen konnte.

Sein Kampfstil ist bis heute prägend für BJJ-Kämpfer während eines MMA-Kampfes. Schläge und Tritte, die beim BJJ nicht den Schwerpunkt bilden, werden in erster Linie taktisch benutzt, um den Gegner zu veranlassen, als Schutzreaktion einen Arm oder ein Bein zu bewegen, welches dann ergriffen werden kann, um eine finale Hebel- oder Würgetechnik einzusetzen. Im Standkampf wird vor allem die Meidung der gegnerischen Schläge und Tritte geübt. Die Distanz zum Gegner so schnell wie möglich zu überbrücken, um ihn in den Bodenkampf zu verwickeln, ist ebenfalls BJJ typisch. Die Erfahrung mit regellosen Kämpfen zeigt, dass das eigene Verletzungsrisiko durch ein solches Kampfverhalten minimiert werden kann, da es durch die geringe Distanz in der Bodenlage nur wenige Positionen gibt, in denen harte Schläge ausgeführt werden können.